Innovatives Handeln, innovative Produkte, innovative Lösungen. Die Begriffspalette dessen Attribute innovation sind ist groß. Dennoch ist das aktive Innovieren nicht so einfach wie es scheint, denn viele Unternehmen wissen weder wie sie damit anfangen können, noch welchen Vorteil die Innovation für sie bietet. Denn die meisten Firmen, die sich über Innovation Gedanken machen sind bereits seit vielen Jahren am Markt und sich neu zu erfinden birgt da auf den ersten Blick mehr Arbeit und Risiken, als Gewinne und Skalierung. In diesem Artikel möchten wir kurz erläutern welchen Vorteil die Innovation wirklich bietet, was das genau ist und wie man den Innovierungsprozess in bestehenden Unternehmen umsetzen kann. 

Die Innovation beschreibt im wirtschaftlichen Kontext heute das Neuerfinden seines Unternehmens, um besser auf, beispielsweise digitale, Herausforderungen eingehen zu können und effektiver, größer und schneller Skalieren zu können. Zwar ist die Umstrukturierung einer Abteilung nicht zwangsläufig als Innovation zu betrachten, so ist die Summe der gedrehten Stellschrauben innerhalb eines Unternehmens ein wichtiger Schritt in Richtung Innovation. Neben "traditioneller" Innovation gibt es auch die disruptive Innovation, die ganze Märkte umwirft und Rahmenbedingungen neu definiert.

Schaut man sich Unternehmen wie beispielsweise Sixt an, so ist das Einführen des Car-Sharing-Angebots ein strategisch enorm wichtiger Schritt gewesen. Erstens wurde dadurch garantiert, dass eine jüngere Zielgruppe angesprochen werden kann, zweitens ist dadurch eine völlig neue Verwendung und Einnahmequelle für sonst unbenutzte Fahrzeuge entstanden. Ebenfalls ist der Innovationsprozess der Marke Sixt sehr zuträglich gewesen. Da Bestandskunden einfacher zu akquirieren sind als neue Kunden, ist Sixt seiner Konkurrenz in Sachen herkömmlicher Mietwagen einen klaren Schritt voraus.

Eine bereits vorhandene Unternehmensressource wurde genutzt und aufgewertet. In vielerlei Hinsicht ist der Innovationsprozess in diesem Beispiel also sehr gut gelungen. Ebenfalls swurde durch das Carsharing ein vollkommen neuer Markt eröffnet und erschlossen. Konkurrenten, die kein Carsharing-Angebot im Portfolio haben, müssen sich jetzt über andere Wege differenzieren.

Es gibt noch weitere Beispiele: Netflix und der Filmverleich, bzw. Kino, YouTube und das Fernsehen, Spotify und der Musikverkauf, WhatsApp und die SMS, die Liste ist nahezu endlos.

Doch viele dieser Unternehmen sind Startups und keine inhabergeführten Traditionsunternehmen, die seit Jahrzehnten existieren und weniger risikoaffin sind. Wie kann man also in bestehenden Unternehmen einen Innovationsprozess in Gang bringen? Dafür gibt es verschiedene Ansätze:

1. Produktentwicklung und Verticals
Verticals beschreiben vertikale Produktdiversifikationen. Im Falle von Sixt handelt es sich beispielsweise um ein traditionelles Unternehmen, welches durch die Einführung eines Verticals eine bereits bestehende Unternehmensressource aufgegriffen hat, um ein neues Produkt zu etablieren. Für den Rollout sind dementsprechend weniger neue Ressourcen nötig. Vielmehr ist es hierbei wichtig gewesen eine stabile Produktstrategie zu entwickeln und eine weitestgehend makellose Customer Journey zu gewährleisten. Selbstverständlich müssen bereits bestehende Ressourcen angepasst werden, das Rad wurde hierbei aber für Sixt nicht neu erfunden. 

Ratsam ist es also sich die Unternehmensressourcen anzuschauen und eine Positionierungsanalyse durchzuführen. So lassen sich vorhandene Ressourcen und Unternehmensvorgaben besser einordnen. Hierzu bieten wir einen Workshop an, in dem wir durch diverse Methoden Produktoptionen für ihr Unternehmen filtern und evaluieren.

2. Schrittweises Vorgehen der Unternehmenstransformation
Ein Unternehmen beispielsweise digital zu transformieren und damit Abläufe zu optimieren und generell zu innovieren ist in vielen Fällen ein Mammutprojekt. Um sich nicht direkt zu viele Steine in den Weg zu legen ist es sinnvoll interne Taskforces zu gründen und in Teilbereichen zu beginnen. So können Veränderungen schrittweise durchgeführt werden, ohne dass der Unternehmenskern beschädigt wird. Generell ist es nötig für den Innovationsprozess nicht nur seinen Markt und seine Zielgruppe bestens zu kennen, sondern sich auch über Veränderungen in jenen Feldern bewusst zu werden und diese zu akzeptieren. Mit der Einstellung "das ging schon immer so, also wird es in Zukunft auch so gehen" kommt man nicht weit. Um auf unser Initialbeispiel zurückzukommen: die Zielgruppe von Sixt hat sich stark verändert. Erstens ist sie jünger geworden, zweitens sind die Anforderungen andere. Autos zu kaufen ist nicht mehr attraktiv, wenn man in Großstädten eher Probleme mit Ihnen hat. Teure Versicherungen, teurer Treibstoff, mehr Umweltbewusstsein und weniger zur Verfügung stehendes Geld sorgen für eine gewisse Verdrossenheit, während Carsharing-Angebote eine attraktive Alternative sind. Es ist also Sinnvoll sich seinen Markt und seine Zielgruppe genau anzuschauen, kritisch zu hinterfragen und kritisch zu evaluieren, inwiefern die momentanen Unternehmensambitionen noch zeitgemäß sind.

3. Hören Sie auf Ihre Mitarbeiter
Dies ist ein ausgesprochen wichtiger und oft missachteter Punkt. Der treibende Motor Ihres Unternehmens sind Ihre Mitarbeiter. Mittelständische unternehmen beschäftigen mitunter hunderte Mitarbeiter, welche das Unternehmen und den Markt kennen und Ideen liefern können. Viele sehen jene Punkte häufig anders, als es Entscheidungsträger tun und können somit Insights liefern, welche zum Ziel führen können.
Auf Konzernebene ist es mittlerweile schon normal Ideenlabore und Innovationsabteilungen einzurichten, welche sich effektiv um die Entwicklung neuer Geschäftsbereiche kümmern. Diese können dann in agilen Umfeldern an neuen Ideen arbeiten und in einer Testumgebung einen Markteintritt gewährleisten. Der Vorteil besteht hierbei bei einem verhältnismäßig kleinen Risiko und einem ständigen Innovationssprozess.

Innovation ist ein langfristiges Ziel. Die Iteration, also das auf Feedback basierende sich neu erfinden, birgt enorm viele Vorteile, bedarf aber ständiger Arbeit. Unternehmen, die am Ball bleiben, können weiterhin relevant bleiben. Innovation bedeutet Umsatz und Wachstum.